TALENTE – Meister der Zukunft 2018
2018 präsentierte „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ Arbeiten von 110 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 30 Ländern in 11 unterschiedlichen Gewerken. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Teilnehmer/innen aus Taiwan, den Philippinen, der Ukraine, dem Iran und aus Bosnien-Herzegowina. Insgesamt erreichten uns ca. 600 Bewerbungen aus 56 Ländern, darunter auch aus Pakistan, Rumänien, der Türkei, aus Vietnam, Macau und Hongkong.
TALENTEmünchen zeigte innovative, fantasievolle, interessante und ungewöhnliche Arbeiten von großer Vielfalt in den Bereichen Glas, Keramik, Metall, Möbel und Schmuck sowie eine ungewöhnlich hohe Anzahl an interessanten Textilien.
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2018
Miriam Schlägel, Österreich
Materialien und Technik
Miriam Schlägels Kacheln aus Asche überzeugten durch ihre Nachhaltigkeit. Das Abfallmaterial Asche wird mit Wasser und Kalk gemischt und dann durch Druck in Formen zu Kacheln verarbeitet. Durch die Art des verbrannten Holzes ergibt sich eine natürliche Farbigkeit. Die Jury regte an, dieses Projekt in Hinblick auf Stoßfähigkeit und Belastbarkeit auszubauen.
Anja Lapatsch und Annika Unger, Deutschland
Materialien und Technik
Bei Anja Lapatschs und Annika Ungers strengen Gefäßen gefiel der Jury besonders die Materialtransformation sowie die Spuren des Verwandlungsprozesses und die Korrespondenz zwischen Form und Material. Die Arbeiten werden durch das Zusammenwirken von nahezu wissenschaftlicher Recherche und künstlerischem Ansatz bestimmt.
Louise Lang, Deutschland
Glas
Louise Langs mehrteilige Glasarbeit ist durch einen für das Material Glas ungewöhnlichen Ansatz und große Feinheit bestimmt. Die Gefäße verwandeln ihr Erscheinungsbild im Siebdruck und behalten durch die Reliefhaftigkeit der Glasflächen zugleich ihre Dreidimensionalität. Durch die Lichtwirkung und den Standpunkt des Betrachters erhalten sie auf den dunklen Glasplatten einen geheimnisvollen, poetischen, aber auch fragilen Charakter.
Ruben van Megen, Niederlande
Möbel
Ruben van Megen verlegt den Teppich vom Boden auf den Tisch, wodurch er den Kontext und den Wert des Teppichs verwandelt, zugleich aber auch an niederländische Tradition und Geschichte anschließt, erinnern doch Teppiche auf Tischen an Darstellungen in niederländischen Interieurs und Stillleben des 17. Jahrhunderts. Hiermit ist der Tisch ein Beispiel für das Fortsetzen von Traditionen in der Gegenwart und ihre Verwandlung entsprechend zeitgemäßer Bedürfnisse.
Mariana Berecová, Slowakei
Stein
Bei Maria Berecovás Objekten gefielen die Handwerklichkeit und deren Wertschätzung als grundlegende Qualität für die Zukunft. Darin sind sie von Zeitlosigkeit geprägt und entziehen sich jeglicher Festlegung – es könnte sich um Arbeiten aus der Vergangenheit oder der Zukunft handeln. Sie sind durch einen archaisch anmutenden Charakter bestimmt, der sie zugleich wie Projektile oder Ritualobjekte wirken lässt.
Renee Pearson, Neuseeland
Stein
Renee Pearsons Serie von Besteck-Objekten verweist in einer archaischen Weise auf ihre Herkunft Neuseeland. Sie besitzen eine sozialkritische Aussage, sind aber zugleich von Zeitlosigkeit bestimmt, die sie wie Studien, Fragmente, Entwürfe oder Zeichen wirken lässt. Der Betrachter wird einbezogen, indem er aufgefordert wird, die Formen zu ergänzen.
Lucy Ganley, Großbritannien
Schmuck
Lucy Ganley stellt sich mit den Schachtelformen ihrer Broschenserie „Prison is good business“ in die lange Tradition von Memorialschmuck ein, wo Schmuck als Behältnis, zur Aufnahme von unterschiedlichen Erinnerungsstücken dient. Die Technik der Stickerei verbindet die Broschen mit dem Körper, besitzen sie dadurch doch eine Nähe zur Kleidung. Zugleich reflektiert Lucy Ganley darüber, was Gefängnis meint und welche Orte eine gefängnisartige Qualität annehmen können. In all diesen Aspekten gehen ihre Broschen über die engere Definition dessen, was Schmuck meint, hinaus.
Sehee Um, Philippinen / Südkorea
Schmuck
Sehee Ums Broschenserie überzeugte die Jury durch die subtile Materialwahl und Kombination, durch die spannungsvolle Arbeit mit flachen und reliefierten Partien, durch den Kontrast von sorgfältig strukturierten und chaotisch anmutenden Bereichen. Sie erscheinen dekorativ und prachtvoll, obwohl sie aus unedlen Materialien gefertigt sind.
Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2018
Philipp Hiller, Deutschland
„SKEW“ – das flexible Regal
Das Regalsystem des Schreiners Philipp Hiller aus München passt sich an jede Dachschräge an und macht dabei auch optisch eine gute Figur. Es kann stufenlos auseinandergezogen und in unzähligen Variationen – z. B. als Raumteiler oder unter Treppen – genutzt werden.















