TALENTE – Meister der Zukunft 2017
2017 präsentierte „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ Arbeiten von 105 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 32 Ländern in 14 unterschiedlichen Gewerken. Zu sehen sind u. a. Arbeiten von Teilnehmer/innen aus Taiwan, Irland, der Slowakei und Argentinien.
TALENTEmünchen zeigte innovative, einfallsreiche, außerordentliche und sehr unterschiedliche Werke gerade in den Bereichen Glas, Keramik und Schmuck sowie eine ungewöhnlich große Anzahl an interessanten Textilien und präsentierte erstmals Entwürfe im Bereich „Mixed Media“.
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2017
Adéla Wiesenbergová, Tschechische Republik
Holz
Die poetische Arbeit verschiebt die Grenzen zwischen Schmuck und Mode und dokumentiert zugleich das Experiment mit verschiedenen Materialien in der Mode. Die Arbeit interessiert aufgrund ihrer Leichtigkeit und Fragilität, der kokonartigen Qualitäten und der japanischen Bezüge, gerade in Hinblick auf Erotik und traditionelle Kleidung. Mit Bedacht ist die Nähe bzw. Ferne dieses Kokons zum Körpers der Trägerin gestaltet.
Machteld Lambeets, Belgien
Kunststoff
Machteld Lambeets experimentiert mit Materialien, mit Traditionen, Formen und Volumen. Ihre Arbeiten besitzen eine große plastische Ausstrahlung und eine faszinierende Oberflächenstruktur, die auch bei langer Betrachtung immer wieder neue Überraschungen bietet. Fast wirken die Oberflächen ihrer Gefäße wie Landschaften.
Luise Hellmann, Deutschland
Keramik
Luise Hellmanns Fliesen interessieren durch den Kontrast: So wirken sie zunächst nahezu wie alte Fliesen des Mittelmeerraumes aus dem 17. Jahrhundert, erweisen sich jedoch bei genauer Betrachtung als neue Interpretationen der historischen Vorgänger. Sie spielen mit Vergangenheit und Traditionen. Die Fliesen reagieren nicht nur in gewissen Ungenauigkeiten auf das Material, sondern sind von ausgeprägter Individualität. Hierin und in der stark plastischen Gestaltung bilden sie einen markanten Gegenpol zu der industriellen Fliesenproduktion und der aktuellen Tendenz zur Nachahmung anderer Materialien in Bereich der Fliese.
Kana Ueda, Japan
Keramik
Kana Uedas runde Gefäße überzeugten die Jury durch ihre haptische und visuelle ästhetische Qualität. Die feinen Linien lassen unterschiedliche Materialien wie Steine und Pelze assoziieren. Diese illusionistischen Qualitäten wiederholen sich im Umgang mit dem Material. Die Gefäße strahlen eine Leichtigkeit aus, die jedoch täuschend ist.
Yasutomo Ota, Japan / Deutschland
Metall
Yasutomo Ota beschäftigt sich mit Fragen zu Wesen und Erscheinungsbild des Buches: Wie sollte ein Buch gestaltet sein und welche anderen Wege könnten eingeschlagen werden? Er verschiebt die traditionellen Auffassungen vom Buchbinden. Das Ziel ist dabei stets die Übertragung des Inhalts in eine sichtbare Form. Das jeweilige Thema eines Textes erfährt somit eine haptisch-dreidimensionale Übersetzung.
Woo Jung Kim, Südkorea
Schmuck
Woo Jung Kim arbeitet besonders in ihrem Armreif mit verschiedenen illusionistischen Ebenen. Sie spielt mit dem Konzept von Luxus durch das Hinterfragen der Kostbarkeit von Edelsteinen bzw. mit der Frage, was diese Kostbarkeit eigentlich ausmacht und definiert. Sie bedient sich der optischen Illusion, die sich an traditionellen Goldschmiedetechniken orientiert und spielt zudem mit den etablierten Formen. So übernimmt der Armreif die Form eines Rings.
Ortal Bonen, Israel
Textil
Die Textilentwürfe von Ortal Bonen überzeugen durch die Feinheit des Webens und ihre Zartheit. Durch den weitgehenden Verzicht auf Farbe konzentriert Ortal Bonen die Aufmerksamkeit ganz auf das Material selbst, auf Struktur und Textur. Dieses wird noch durch subtile Veränderungen im Stoff selbst betont. Besonders in einigen Elementen der Formgebung scheinen sie an einheimische Traditionen anzuknüpfen.
Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2017
Markus Pollinger, Deutschland
Gefäßobjekte aus Kupfer
Nach einer Ausbildung an der städtischen Meisterschule für das Gold- und Silberschmiedehandwerk in München und an der Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Neugablonz studierte Markus Pollinger von 2010 bis 2016 an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Dort entstand auch die Abschlussarbeit seiner deformierten Kupferobjekte, für die er mit dem Bayerischen Staatspreis ausgezeichnet wird. Sie spiegeln die ständige Suche nach formalen Aussagen und Lösungen des Silberschmiedes in unserer Zeit wider.















