TALENTE – Meister der Zukunft 2016
Die Sonderschau „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ zeigte in diesem Jahr Arbeiten von 102 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 26 Ländern und aus 12 unterschiedlichen Gewerken. Über 600 Bewerbungen aus mehr als 30 Ländern gingen für „TALENTEmünchen 2016“ ein. Ausgewählt wurden Beiträge aus Argentinien, Belgien, China, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Litauen, Neuseeland, den Niederlanden, Pakistan, Polen, Schweden, der Slowakischen Republik, Spanien, Südafrika, Südkorea, Taiwan, der Tschechischen Republik und Usbekistan.
Die Sonderschau ist ein Spiegelbild der Ideen junger Menschen, geprägt von einem experimentellen Umgang mit Materialien und Handwerkstechniken. Für sie ist München ein attraktiver Ort, ihre Arbeiten einem internationalen Publikum zu präsentieren, und gerade die Tatsache, dass TALENTE viele Gewerke umfasst und die Arbeiten zwischen Kunst, Design und Handwerk changieren können, trägt zum besonderen Reiz dieser Ausstellung bei. In dem Nebeneinander der Arbeiten werden unterschiedliche aktuelle Gestaltungsstandpunkte sichtbar, und Tendenzen einzelner Ausbildungsstätten zeichnen sich ab.
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2016
Joseph Spannagel, Deutschland
Technik
Joseph Spannagels Lichtobjekt ist durch die zahlreichen Vibrations- und Konfigurationsmöglichkeiten, durch die überlegte Stromleitung und die innovative Stromübertragung bestimmt. Die Jury überzeugten die neuartige Konstruktion und der Einsatz von innenliegenden Magneten.
Sarah Bartmann, Deutschland
Keramik
Die Jury wählte keramische Arbeiten aus, die unterschiedliche aktuelle Standpunkte vertreten: Sarah Bartmanns kraftvolle, lebendige, Fundstücke integrierende Werke überzeugten durch ihre Eigenwilligkeit, ihre spielerische und experimentelle Qualität, durch das Changieren zwischen Objekt und funktionalem Gegenstand. Zugleich stehen die Werke beispielhaft für das Miteinander von Handwerk und Inhalten.
Jieun Oh, Südkorea
Keramik
In Jieun Ohs Vasen sah die Jury einen anderen zeitgenössischen Ansatz gegenüber der Keramik eingenommen: Der sensible Umgang mit dem Material, das durch die Strenge und Einfachheit der Form betont wird, überzeugte die Jury. Die Gleichheit der Form lenkt das Augenmerk auf die feinen, subtilen Farbabstimmungen innerhalb der Gruppe. Erst bei genauem Betrachten werden die Unterschiede bemerkt.
Carina Deuschl, Deutschland
Möbel
Bei Carina Deuschls transportabler Badewanne überzeugt die innovative Idee und die gelungene Umsetzung. Der noch ausbaufähige Prototyp reagiert auf aktuelle soziale und politische Gegebenheiten: Die wachsende Mobilität, die Dichte des Wohnraumes, aber auch das Problem von Flüchtlingsunterkünften. Darüber hinaus gefiel die grafische Eleganz und Reduktion der Gestaltung.
Edu Tarin, Spanien / Deutschland
Schmuck
Edu Tarins Broschen und Anhänger überzeugen zum einen in ihrer skulpturalen Qualität, zum anderen durch die ungewöhnliche Art der Materialverarbeitung. Sie sind durch das Verbinden alter Traditionen und moderner Technik gekennzeichnet. Die scheinbare Schlichtheit der monumental anmutenden Arbeiten konzentriert die Aufmerksamkeit auf ihre ungewöhnliche Oberfläche.
Dovile Bernadisiute, Litauen
Schmuck
Bei Dovile Bernadisiutes Anhängern und Broschen betonte die Jury sowohl die Auseinandersetzung mit dem zeitgenössischen Leben als auch die gelungene Weiter- und Aufarbeitung von Fundstücken. Nicht nur die Ausgangsmaterialien, sondern auch die Formgebung beruhen auf dem modernen Alltag in Transitbereichen wie Bahnhöfen und Flughäfen, beziehen sich auf Mobiltelefone und Puderdosen. Die Arbeiten strahlen Ruhe aus und übernehmen eine talismanartige Funktion.
Naama Ben Moshe, Israel
Textil
Die Jury überzeugte Naame Ben Moshes „A Map for an adventure“ und „A Human Slough“ wegen der Kombination einer alten Technik und einer modernen Geschichte sowie wegen des darin erfolgten Rückbezugs auf alte Traditionen narrativer Textilien. Die Arbeit ist durch die Wahl eines originellen modernen Stils, der Elemente von Computergrafik und Comic mit denen des Märchens und der Welterkundigung kombiniert, sowie durch den spielerischen Charakter und die gelungene Zeichnung bestimmt.
Mariana Mejia Suarez, Kolumbien / Belgien
Typografie
Mariana Mejia Suarez dreiteilige Arbeit beschäftigt sich auf sehr einfühlsame und sensible Weise mit dem aktuellen Thema der Alzheimer-Krankheit. Die Jury überzeugte die vielschichtige und poetische grafische Umsetzung des Krankheitsbildes. Die Arbeit ist geprägt durch Zurückhaltung, Ernsthaftigkeit, Konzentration, Ruhe und die hohe ästhetische Qualität der gestalterischen Interpretation eines zeitgenössischen Problems.














