TALENTE – Meister der Zukunft 2015

Die Sonderschau „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ zeigte in diesem Jahr Arbeiten von 99 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 32 Ländern und aus 12 unterschiedlichen Gewerken. Über 600 Bewerbungen aus mehr als 30 Ländern gingen für „TALENTEmünchen 2015“ ein. Ausgewählt wurden Beiträge aus Australien, Belgien, China, Deutschland, Finnland, Frankreich, Ghana, Großbritannien, Iran, Israel, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Kuba, Libanon, Mexiko, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden, der Schweiz, der Slowakischen Republik, Spanien, Südkorea, Taiwan, der Tschechischen Republik, Tunesien, der Ukraine und den USA.

Die Sonderschau ist ein Spiegelbild der Ideen junger Menschen, geprägt von einem experimentellen Umgang mit Materialien und Handwerkstechniken. Für sie ist München ein attraktiver Ort, ihre Arbeiten einem internationalen Publikum zu präsentieren, und gerade die Tatsache, dass TALENTE viele Gewerke umfasst und die Arbeiten zwischen Kunst, Design und Handwerk changieren können, trägt zum besonderen Reiz dieser Ausstellung bei. In dem Nebeneinander der Arbeiten werden unterschiedliche aktuelle Gestaltungsstandpunkte sichtbar, und Tendenzen einzelner Ausbildungsstätten zeichnen sich ab.

Aktuelle Tendenzen

Noch nie waren so viele Nationen bei TALENTEmünchen vertreten. Besonders spannend: Beiträge aus Ländern wie Iran, Kolumbien, Kuba, Libanon, Mexiko, Tunesien und der Ukraine, deren Ausbildungswege hierzulande oft wenig bekannt sind.

Viele Arbeiten widmen sich der Stadt – ihren Problemen, ihrer Poesie und ihrer Ästhetik. Junge Gestalterinnen und Gestalter übersetzen urbane Erfahrungen in visuelle und materielle Formen.

Nach wie vor sind Material, Oberfläche und Haptik zentrale Themen. Innovative Bearbeitungen und neue Techniken zeigen, wie stark die ästhetische Wirkung des Materials im Vordergrund steht.

Nach wie vor sind Material, Oberfläche und Haptik zentrale Themen. Innovative Bearbeitungen und neue Techniken zeigen, wie stark die ästhetische Wirkung des Materials im Vordergrund steht.

Katalog

Den Katalog zur Sonderschau „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ können Sie hier herunterladen oder auf der Website der Handwerkskammer für München und Oberbayern online bestellen.

Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2015

Selma Houissa, Tunesien / Belgien

Technik

Selma Houissas Maschine zum Zerschneiden von Plastikflaschen überzeugte die Jury durch ihre weltweite und vielfache Einsetzbarkeit. Die Verlängerung von PET als Werkstoff ohne zusätzlichen Energieverbrauch und größere Anlagetechnik sowie die vielen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung erachtete die Jury als zukunftsweisend.

Anne Martin, Deutschland

Glas

Die Glasreifen Anne Martins überzeugten die Jury durch ihre Qualität in der Umsetzung und ihren spielerisch-leichten Charakter. Ihre zugleich fließend und gefroren erscheinende Gestalt, die zeichnerische Auffassung faszinierte die Jury ebenso wie ihre Interaktion mit dem umgebenden Raum.

Matthias Pötz, Italien

Holz

Matthias Pötz Wippe regt zu einer Interaktion der Menschen an, zu einem gegenseitigen Dialog, zu einem Streben nach Balance und trainiert in diesem Zusammenhang Respekt und Kommunikation. Überzeugend ist auch die einfache Konstruktion und Herstellungsweise. Zugleich wirkt die Wippe wie eine dynamische Skulptur.

Sarah Pschorn, Deutschland

Keramik

Sarah Pschorn setzt sich in ihren Vasen auf innovative Weise mit Traditionen auseinander. DIe Jury überzeugte ihre freie Auffassung, die kreative Herangehensweise und die Offenheit im Umgang mit der Geschichte der Keramik. Ihre Arbeiten bekunden zugliech Respekt und einen gewissen Humor gegenüber den Überlieferungen, die sie auf originelle Weise interpretiert.

Mark Damen, Niederlande

Möbel

Der Tisch von Mark Damen überzeugte durch die symbiotische Verbindung von Holz und Metall. Herstellung und ästhetische Erscheinung sind unlösbar verbunden. Der ungewöhnliche Ansatz, dass der Tisch selbst die Gussform für das Metall bildet und damit zugleich die Form festigt, faszinierte die Jury.

Jing Yang, China / Deutschland

Schmuck

Jing Yangs „Ich bin keine Vase“ bildet ein Objekt, das sich im Kontakt mit dem Körper verändert und auflöst. Das Gefäß versinnbildlicht dabei in gewisser Weise den Körper, auf dem es dann als Ornament erscheint. Neben der ästhetisch ungewöhnlichen Auffassung lobte die Jury auch den gedanklichen Ansatz, der sich mit Fragen der kulturellen Tradition und der Rolle der Frau in der Gesellschaft auseinandersetzt

Fynn Freyschmidt, Deutschland

Textil

Fynn Freyschmidts „Chapeau“ bildet eine neue Idee, bei der ein äußerer Textil- und ein innerer Silikonschlauch kombiniert werden. Durch das Stricken gewinnen diese an Kraft und vermitteln Stabilität. Der aufgeblasene Schlauch funktioniert wie ein künstlicher Muskel. Die Jury lobte den innovativen Ansatz und die vielfältigen Möglichkeiten der Nutzung, die diese Erfindung erlaubt.

Ravit Hefer, Israel

Textil

Ravit Hefers Textilarbeiten faszinieren durch ihre Pracht und Ornamentik ebenso wie durch die ungewöhnliche Konstruktion, bei der die Fastern selber das Gerüst bilden, zugleich aber die Erwartungen, die mit einem Gitternetz verbunden werden, durchbrechen. Die dreidimensionale, volumenhafte Form wirkt ungewöhnlich und dynamisch. Die Arbeiten scheinen zwischen Kontrolle, Spontaneität und Freiheit zu changieren.

Gewinnerinnen und Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2015

Bokyung Kim, Südkorea

Porzellangefäße

Die Perfektion des weißen Porzellans ist das Anliegen der koreanischen Keramikerin Bokyung Kim. Die markanten Liniendekore, die Nuancen in der Anordnung der Streifen, die Proportionen von Mustern und Formen dokumentieren in ihrer scheinbaren Beiläufigkeit die sorgfältigen Überlegungen, die diesen Gefäßen zugrunde liegen. Sie gelangen durch Einfachheit zu höchster Wirkung.

Christoph Weißhaar, Deutschland

Tabletts aus Aluminium

Die Tabletts von Christoph Weißhaar zeichnen sich durch eine innovative Schnittmusterkonzeption aus. Aus der Fläche heraus werden die dreidimensionalen Formen entwickelt. Sie entstehen durch das Fräsen und Abkanten des Bleches mit sehr geringen Radien. So entsteht ein leichtes, funktionales Tablett von strenger geometrischer Anmutung.