TALENTE – Meister der Zukunft 2014
Die Sonderschau „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ zeigte in diesem Jahr Arbeiten von 100 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 28 Ländern und aus 14 unterschiedlichen Gewerken. Erneut konnten auf der Sonderschau durch die Unterstützung internationaler Mentoren interessante und originelle Beiträge in München vorgestellt werden.
Über 700 Bewerbungen aus mehr als 30 Ländern gingen für „TALENTEmünchen 2014“ ein. Ausgewählt wurden Beiträge aus Australien, Belarus, Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Iran, Israel, Italien, Japan, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, der Slowakischen Republik, Spanien, Südkorea, Taiwan, Thailand, der Tschechischen Republik und den USA.
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2014
David Kaiser, Deutschland
Technik
David Kaiser verbindet in seinen Messern aus Damaszenerstahl neue Gestaltungsmöglichkeiten – den Einsatz von Farbe – und führt zugleich eine traditionelle Technik innovativ weiter. Er erzielt damit auch eine Erweiterung der Funktionalität und der alltäglichen Gebrauchsweisen.
Lisette Appeldorn, Niederlande
Holz
Die Masken von Lisette Appeldorn überzeugten die Jury aufgrund ihrer archaischen, archetypischen Qualität. Beruhend auf Inspirationen durch die afrikanische Kunst scheint sie das Gesicht neu zu vermessen und zu erfassen, den Aufbau eines Gesichtes festzuhalten und zu erkunden und dann in eine geometrische Form zu übersetzen. Die grundlegenden Bereiche eines Gesichtes werden damit neuartig interpretiert.
Floris Wubben, Niederlande
Keramik
Floris Wubbens Keramik überzeugte durch den Charakter der Gefäße, deren archaische, zufällige Qualität, sowie den Produktionsprozess, der eine individuelle Herstellung von Gefäßen auf einfache Weise ermöglicht. Damit werden zeitgemäße Produktionsweisen aufgezeigt, die es erlauben, auf qualitätvolle, bestehende Traditionen aufgreifende Weise relativ zügig neue Arbeiten für den Markt zu erstellen.
Jiun-You Ou, Taiwan
Metall
Jiun-You Ous Objekte aus Restmaterialien besitzen einen subtilen, fragilen Charakter; sie erscheinen fast wie eine flüchtige Zeichnung. Ihre sanft anmutende Oberfläche wirkt wie ein Kontrast zu dem eigentlich mit Metall assoziiertem Erscheinungsbild. Dieser Gegensatz trägt ebenso wie das reizvoll nuancierte Spiel der Farbigkeit und die phantasievolle Formenwahl zu dem poetischen Charakter der Werke bei.
Pieter Mark Schevers, Niederlande
Metall
Pieter Mark Schevers Installation überzeugt als eine spielerische, phantasievolle, erfindungsreiche Feier der Mechanik. Die Dinge erhalten einen neuen Nutzen, wobei das Upcycling eher auf zeichenhafte Weise erfolgt, da der Apparat selbst eigentlich keinen wirklichen funktionalen Anliegen nachkommt. Die Installation selbst kombiniert Materialien, alt anmutende Apparate, die an eine lange Tradition von der Renaissance bis zum Surrealismus anzuschließen scheinen, und moderne Technologie zu einem spannungsvollen Kontrast.
Patricia Domingues, Portugal / Deutschland
Schmuck
Patricia Domingues Broschen überzeugten die Jury aufgrund der subtilen, skulpturalen Behandlung des Materials. Wie ein Bildhauer hebt sie aus den Flächen Reliefs heraus. Die scheinbar schlichten und zurückhaltenden Arbeiten erhalten durch ihren Einsatz von Technik und die Gestaltung der Oberfläche eine fast monumental anmutende, lebendige und spannungsreiche Qualität.
Lauren Tickle, USA
Schmuck
Lauren Tickles barock anmutende Broschen gefielen der Jury aufgrund des Verhältnisses von Form, Ornament und Material. Sie verwendet ein alltägliches Material – Dollar-Scheine -, wobei sie mit der Idee des Geldes spielt. Bei den Dollarnoten wählt sie Ornamente aus, die sie durch den Schnitt mit einem Skalpell herausarbeitet. Es entstehen dynamische und prächtige Formen, die den Betrachter zum Erkunden des Materials einladen.
Samantha Lewis, Neuseeland
Typografie
Samantha Lewis präsentiert mit ihrem Projekt „foanetiks“ einen neuen Umgang mit Sprache. Sie erschließt in der Kombination von geschriebener und gesprochener Sprache eine neue Form der Kommunikation und des „social designs“. Zugleich besitzt das Projekt erzieherische Möglichkeiten und eröffnet neue Verfahren, die eigene Sprache genauer kennenzulernen als auch eine Fremdsprache zu erlernen.
Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2014
Jan Lutyk, Polen
Sperrholzhocker „Ribbon Stool“
Der Ribbon Stool von Jan Lutyk aus Polen ist aus Sperrholzstreifen gebaut. Er ist das Ergebnis von Experimenten mit Sperrholzmöbeln des jungen polnischen Gestalters. Das besondere an diesem Hocker ist, dass er aus einem Grundmodul mit einem Bein konstruiert ist. Der Hocker besteht aus drei identischen Einheiten, die unterhalb der Sitzfläche miteinander verbunden werden. Daraus ergibt sich eine leichte, elegante Schleifenbandform. Der stapelbare Stuhl wird aus lokalem Buchenholz gefertigt, er ist preiswert in der Produktion und wiegt gerade mal 1,5 Kilo.















