TALENTE – Meister der Zukunft 2025
2025 präsentierte „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ Arbeiten von 92 jungen Talenten aus 12 unterschiedlichen Gewerken, darunter vor allem Textil, Glas und Keramik, aber auch Möbelbau, Schmuck oder Lederwaren. Die Teilnehmenden kommen in diesem Jahr aus 27 Ländern der Welt, darunter Kolumbien, Pakistan, Simbabwe, China, Ecuador und Israel. Auch bei den verwendeten Materialien gab es keine Grenzen: Selbst Arbeiten aus Tee oder Wachs gab es zu entdecken.
Die Welt verändert sich kontinuierlich – das darf und soll man ihr auch ansehen. Kunstwerke und Alltagsgegenstände sehen heute anders aus als vor 100 Jahren – und auch die Zukunft wird wieder völlig neue Objekte mit sich bringen. Gerade junge Menschen haben ein untrügliches Gespür für anstehende Veränderungen. Sie wollen die Zukunft aktiv mitgestalten und nehmen Herausforderungen ganz bewusst an.
Das zeigte sich zum Beispiel an den zahlreichen Arbeiten, die sich mit Up- und Recycling beschäftigen: Bereits vorhandene Rohstoffe wurden wiederverwendet oder umgewidmet, elektronische Geräte etwa oder Reste von Textilien. Auch die Klimaerwärmung ist für junge Menschen ein wichtiges Thema, Fassadenkacheln zum Bepflanzen bieten eine Möglichkeit für etwas Abkühlung in den Städten
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2025
Natascha Frechen, Deutschland
Die Jury lobte an Natascha Frechens Arbeiten ihren Umgang mit dem Material und seinen Eigenschaften. Dazu zählen die Verbindungen verschiedener Materialien miteinander, die Kontinuität des Materials und die Anmutung einer scheinbaren, ungewöhnlichen Weichheit im Stein. Bemerkt wurde auch die individuelle Ausführung von Schnüren und Verschlüssen, deren Gestaltung sich nach dem jeweiligen Anhänger richtet.
Lisa Fuhrig, Deutschland
An den Textilarbeiten von Lisa Fuhrig lobte die Jury besonders den Transfer von ihrer Erfahrung auf dem Handwebstuhl auf moderne Techniken, die subtile Farbigkeit und Tiefenwirkung. In einem mehrstufigen Prozess erzielt sie die dreidimensionale Wirkung ihrer Arbeiten durch Nachbearbeitung. Die Raffinesse basiert auf viel Planung, Erfahrungen, auf Material- und Prozessforschung.
Paula Holzhauser, Deutschland
Bei Paula Holzhausers Textilarbeiten faszinierte die Kombination von Nachhaltigkeit, Faltentechnik, Perspektivwechsel. Die Farbkombinationen, die feinen Übergänge verleihen den Arbeiten einen besonderen Reiz, zumal sie mit ihren markanten Falten unterschiedliche, überraschende Ansichtsseiten präsentieren.
Andreas Rier, Italien / Deutschland
Die Gefäßobjekte der Serie „uno col‘altro“ von Andreas Rier interessierten die Jury aufgrund der Fertigungsweise des formgeblasenen Glases mit Formen aus verschiedenem Holz, die sie sich bei jedem Fertigungsgang verändern und damit für ständig variierte Formen sorgen. Die detaillierte, arbeitsaufwändige Herstellung, das Ausreizen der Möglichkeiten der Arbeit in der Glashütte faszinierte ebenso wie der Anschluss an vergangene Glastraditionen und ihre Überführung in die Gegenwart.
Yegyu Shin, Südkorea / Deutschland
Die Jury überzeugte das Konzept, auf dem die Löffelserie beruht, denn die Löffel visualisieren in ihrer unterschiedlichen Größe und Gestaltung einen Lebenszyklus. Die Idee beruht auf der Beobachtung, dass Löffel den Menschen von früh an bis zum Lebensende begleiten. Die feinen, in Silber ausgeführten Löffel versinnbildlichen die Fragilität, Zartheit und Reinheit des Lebens.
Onno Theelen, Niederlande
An Onno Theelens großen Objekten fesselte die Kombination eines zugleich historistischen als auch zeitgenössischen Ansatzes und die Verbindung mit einem individuellen Blick und Humor. Die Details der Fertigung überzeugten ebenso wie der ungewöhnliche, durchaus gewagte Ansatz.
Ta Chun Wei, Taiwan
An Ta Chun Weis Ledergefäßen überzeugte der Umgang mit dem Material, die individuelle, neuartige Auffassung, die präzise, gebaut anmutende Konstruktion und die Kunstfertigkeit. Der Materialtransfer von Metall zu Leder ist ebenso interessant wie die kreative Beschäftigung mit der Tradition des regionalen Metallhandwerks.
Gewinnerinnen und Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2025
Sulo Bee, USA
Schmuck
In einer Mischung zwischen traditionellen und zeitgenössischen Techniken finden Edelsteine, Metall und profane Materialien der Umgebung wie z. B. der Wüstensand aus Texas zusammen. Die junge Schmuckgestalterin lässt eine ungesehene neue Ästhetik entstehen, die im Tragen und Betrachten zum Träumen inspiriert und in eine phantastische Welt einlädt.
Fern Liberty Kallenbach Campbell, USA / Deutschland
Textil
Die traditionsreiche textile Technik des Tuftens erfährt derzeit eine Renaissance – wie durch die junge deutsch-amerikanische Gestalterin Fern Liberty Kallenbach Campbell beispielgebend gezeigt wird. Das klassische Motiv eines Stilllebens auf dem Tisch wird durch Malerei und digitale Bearbeitung konzeptuell entwickelt und mit verschiedensten Textilfasern dreidimensional sowie haptisch erlebbar auf vorbildhafte Weise umgesetzt.
Fleury-Dugy Gaspard, Frankreich
Textilstudien, 3-D Strick (voluminöse Vasen)
Die französische Textilgestalterin hat sich der Technik des Strickens verschrieben. Sie entwickelt Muster und Farbkonzepte, die sie in Faserstärken und den Farben des Regenbogens durchdekliniert. Es entsteht über die innovativen Muster hinaus ein Dialog zwischen handwerklichen und digitalen Verfahrensweisen. Das Ergebnis sind originelle Formen, die an Gefäße erinnern.
Rebecca Milautzki, Deutschland
Textil
Diese in Jacquard-Technik gewobenen Textilien faszinieren in ihrer Flexibilität und Transluzenz. Das dreidimensionale Gewebe wird mit komplexen Gewebestrukturen unterlegt. Fließende Reflexe und zarte Schattenspiele faszinieren die Betrachterinnen und Nutzer gleichermaßen.
Romina Ried, Deutschland
Keramik
Die gelernte Holzschnitzerin Romina Ried studierte Keramik-Gestaltung an der Burg Giebichenstein. Sie löste sich aus dem Einfluss ihrer prägenden Lehrer und entwickelte eine eigenständige Formensprache, die sich in den selbstbewusst auftretenden Gefäßen vorstellt. In zarten Farbspielen speichern sich die in der Natur gesammelten Materialien.
Apollo Wooden Wheelchairs, Frankreich
Holzrollstuhl „Apollo IV, Sonderedition Paris 2024“
Der französische Entwickler und Hersteller dieser modernen Rollstühle schneidet mit modernen CNC-gesteuerten Werkzeugen aus Birkenschichtholz Lamellen, die an einer Achse zusammengefügt, den Rohling des Stuhles ergeben. Dabei wird alles überflüssige Material aus den Teilen ausgeschnitten um möglichst geringes Gewicht bei höchster Stabilität zu erreichen. Danach wird in aufwändiger Handarbeit der Rohling bearbeitet und geschliffen, bis die angenehmen abgerundeten Formen und die hochfeine Oberfläche entsteht. Der Stuhl wird mit einer angepassten Polsterung an den Nutzer angepasst und mit bewährtem Räderwerk ausgestattet. Die starren Rollstühle eigenen sich gleichermaßen für sportliche Betätigung als auch für die Nutzung im Haus als gelungenes Möbelstück und Fortbewegungsmittel für Menschen mit Behinderung.



















