TALENTE – Meister der Zukunft 2013
Die Sonderschau „TALENTEmünchen – Meister der Zukunft“ zeigte in diesem Jahr Arbeiten von 100 jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus 29 Ländern und aus 11 unterschiedlichen Gewerken. Erneut konnten auf der Sonderschau durch die Unterstützung internationaler Mentoren interessante und originelle Beiträge in München vorgestellt werden.
Über 700 Bewerbungen aus mehr als 30 Ländern gingen für TALENTEmünchen 2013 ein. Ausgewählt wurden Beiträge aus Australien, Belgien, Bulgarien, China, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Georgien, Großbritannien, Iran, Israel, Italien, Japan, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Schweden, der Slowakischen Republik, Spanien, Südkorea, Taiwan, Thailand, der Tschechischen Republik, Ungarn und den USA.
Aktuelle Tendenzen
Gewinnerinnen und Gewinner des „TALENTE – Meister der Zukunft“ Preises 2013
Joseph Maurus Wandinger, Deutschland
Joseph Maurus Wandingers Projekt „Bends“ überzeugte die Jury durch die neue Verbindungstechnik und die Übertragbarkeit eines technischen Verfahrens auf einen anderen Werkbereich. Gelobt wurden auch die Energie- und Ressourcensparung sowie die Anwendbarkeit in kleinen Handwerksbetrieben.
Oliwia Beszczynska, Polen
Die ungewöhnlichen Dosenobjekte von Oliwia Beszczynska überzeugen durch die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Fragestellungen und Anliegen bei gleichzeitigem Rückgriff auf traditionelle Vorbilder, die jedoch nun in ein anderes Material überführt werden und dadurch anders konnotiert werden. Sie thematisieren dabei das Unbekannte und die Fragilität. Die Arbeiten werden durch gegensätzliche Assoziationsbereiche geprägt und verfügen über Bedeutungsvielfalt bei gleichzeitiger Funktionalität.
Kohei Hahn, Deutschland
An Kohei Hahns skulpturalen Gefäßen faszinierten die Jury der Umgang mit Material und Textur sowie die Auseinandersetzung mit Traditionen und deren Überführung in die Gegenwart. Die variationsreiche Gestaltung von Innen und Außen wurde ebenso hervorgehoben wie die zugleich enigmatische und klare Aussage der in sich ruhenden Werke.
Avishag Goldman, Israel
Die Taschen und Gefäße von Avishag Goldman zeigen einen überlegten und neuartigen Umgang mit Problemen von Formgebung und Konstruktion, von Fertigung und Gebrauch. Zugleich wird die zeitgenössische Formulierung alter Techniken, eine Auseinandersetzung mit der Geschichte des Materials deutlich.
Tabitha Frost, Großbritannien
Bei Tabitha Frosts Schalen überzeugen die Kombinationen unterschiedlicher Materialien und die Reflexion über alltägliche Elemente. Die Geschichte historischer Geräte und des Tafelgeschirrs wird in den Schalenobjekten aufgegriffen. Zugleich verfügen sie über eine Ausstrahlung, die sie der „konkreten Poesie“ annähern.
Pim Snijdoot, Niederlande
An Pim Snijdoodts Arbeiten lobte die Jury das Aufgreifen eines lange vernachlässigten Materials und das Entwickeln neuer Gestaltungsweisen. Das Verfahren ermöglicht eine Vielfalt unterschiedlicher Formen bei einer gleichbleibenden Grundform. Jede Schale ist von individueller Gestalt. Hervorgehoben wurde der experimentelle und zugleich poetische Charakter der Arbeiten.
Panjapol Kulpapangkorn, Thailand
Panjapol Kulpapangkorns Projekt „Jewellery is at my feet“ wurde aufgrund der Transformierung von gewöhnlichen Gegenständen in Schmuckobjekte und wegen des Bezugs zum alltäglichen Leben ausgewählt. Hervorgehoben wurde der durch das Projekt und die Objekte hergestellte Bezug zwischen Künstler, Träger und Umfeld. Das Projekt bildet dabei zugleich eine Reflektion zum Schmuck an sich – zu seinem Wesen, zum Tragen und zu seiner Bedeutung.
Veerle Deschuyffeleer, Belgien
Veerle Deschuyffeleers Wandarbeiten beschäftigen sich mit der Übertragung und Verwandlung von Informationen in das Handwerk, wobei eine reflexive Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Konsumkultur erfolgt. Durch Gestaltung und Inhalte sind die Arbeiten modern und mit dem aktuellen Alltag verbunden.
Gewinnerinnen und Gewinner des Bayerischen Staatspreises 2013
Karina Bergmann
Möbel aus der Serie „Knuddelmuddel“
„Knuddelmuddel“ umfasst Möbel mit Wohlfühlfunktionen. Sie sind aus recyceltem Holz und aus Textilien gestaltet und laden zum Berühren ein. So dient die füllhornähnliche Lampe auch als tragbares Kissen. Statt Ecken und Kanten finden sich gerundete Formen. Die Möbel schaffen eine Atmosphäre des Rückzugs und der Privatheit.
Moritz Kessler
Schaukelspielzeug „Rowdy“
Moritz Kessler, Student an der Freien Universität Bozen bei Kuno Prey, hat ein neues Material, das Filzblech entwickelt. Er verbindet Handwerk und Industrie miteinander. Das Blech wird durch Lasern und Stanzen gelocht. Basierend auf der Sandwich-Technik wird Wolle zu beiden Seiten des Lochbleches aufgelegt und verbindet sich durch den Prozess des Filzens vollständig mit diesem. Das Filzblech eignet sich besonders zum Möbelbau oder für die Anfertigung von Spielgerät, wie dem kleinen Stier „Rowdy“.
















